Hands off nature
Alle sprechen von Moorschutz. Doch immer noch sollen Moore in Bayern für Baugebiete zerstört werden, wie hier in Röfingen im Mindeltal.
Ein vergiftetes Erbe hat der alte Röfinger Gemeinderat dem neuen Bürgermeister hinterlassen. In seiner letzten Sitzung vor der Amtsübergabe Ende April hat er den Aufstellungsbeschluss für 10,1 Hektar großes Gewerbegebiet mitten in Niedermoor gefasst. Der BN hat sich in einer umfangreichen Stellungnahme massiv gegen dieses Projekt ausgesprochen und hofft auf ein Einlenken der Gemeinde.
Die Niedermoore im Mindeltal zwischen Mindelheim und Burgau sind einer der größten Niedermoorbereiche in ganz Bayern. Insbesondere im beplanten Gebiet rund um Röfingen sind die Moorkörper noch bis zu 2 Meter tief. Doch diese sollen jetzt zerstört werden, obwohl bereits in der Vergangenheit erhebliche Teile des dortigen Niedermoors dem Bau von Straßen und Gewerbegebieten weichen mussten.
Der Freistaat Bayern gibt dreistellige Millionensummen aus, um Moore mühsam zu renaturieren. Der BN fordert daher einen Stopp von Baugebieten in Mooren, um die Renaturierungsbemühungen nicht zu konterkarieren.
Moore sind aber nicht nur aus Klimaschutzgründen besonders wertvoll. In den Niedermooren im Mindeltal finden sich auch noch gefährdete Bodenbrüter, wie Kiebitz, Rebhuhn oder Feldlerche. Auch die zahlreichen brütenden Weißstörche aus der Umgebung haben hier ihr zentrales Nahrungshabitat. Darüber hinaus sind Moore wichtige Wasserspeicher bei Hochwasser und in Trockenperioden.







