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Ökotipps

Der „kräftigende“ Bärlauch

Geht man im Frühjahr durch einen Auwald oder durch feuchte, bewaldetet Schluchten, kann es leicht passieren das unsere Nase ganz deutlich den Duft von Knoblauch wahrnimmt. Und siehe da! Schon sieht man ihn, den Bärlauch, auch duftender Maikönig genannt. Selten ist er alleine anzutreffen, meistens steht er in großer Schar und bedeckt dicht den Waldboden eines humusreichen Laubwaldes. Und steht er in voller Blüte so scheint es, man stünde im Himmel auf Erden, denn die von der Sonne angeleuchteten sternförmigen, weißen Blüten funkeln uns wie die Sterne an.

Bei diesem Anblick scheint es auch kein Wunder zu sein, das diese Pflanze schon seit Jahrtausenden sowohl den Menschen als auch den Tieren Gesundheit und Kraft geschenkt hat. Wacht der Bär aus dem Winterschlaf auf, stärkt er sich mit Bärlauch. So verstanden die Germanen schon, dass diese Pflanze „Bärenkräfte“ verleiht und den dunklen, kalten Winter bricht. Und tatsächlich steckt im Bärlauch viel Vitamin B6, welches nach dem Winter die Frühjahrsmüdigkeit vertreiben kann.

Bei den Römern war er der Göttin Ceres geweiht. Sie mischten den frisch gepressten Saft mit Koriander um damit einen Liebestrank herzustellen und die männliche Potenz zu stärken.

Karl der Große wusste die heilsamen Eigenschaften des Bärlauchs sehr zu schätzen und ließ ihn in seinen kaiserlichen Gärten anpflanzen.

Im Laufe der Zeit wurde es stiller um die aromatische Wildpflanze, da Kulturpflanzen wie Knoblauch und Lauch ihren Platz einnahmen.

Doch kehrt er zurück, der Bärenwecker und Wintervertreiber!

Mit seinen Inhaltsstoffen wie ätherische Öle und Senfölglykosiden kann er desinfizierend auf unser Atemwege wirken. Ein hoher Anteil an Vitamin C und B6 können einen durchaus positiven Einfluss auf unser Immunsystem haben, Mineralstoffe wie Eisen zur Blutbildung beitragen und durch den Inhaltsstoff Allicin schreibt man diesem Wildkraut eine heilsame Wirkung bei Arteriosklerose zu.

Ich achte sehr darauf behutsam zu Ernten und darauf, dass es nicht in einem Naturschutzgebiet stattfindet! Denn dort befinden sich auch noch andere geschützte Pflanzen, die ich auf keinen Fall stören möchte In der Zeit von März bis Juni besiedelt er unsere Wälder und wir können nur davon profitieren. Zur Blutbildung und Blutreinigung wird eine 4 wöchige Kur empfohlen, in dem man täglich eine Handvoll frischer Blätter zu sich nimmt. Etwas Vorsicht ist bei niedrigem Blutdruck geboten, da die frischen Bärlauchblätter auch eine blutdrucksenkend Eigenschaft mitbringen.


Im Allgemeinen ist der Verzehr der frischen Blätter zu empfehlen, da eingefroren und getrocknet der größte Teil des Aromas und seiner Wirkstoffe verloren gehen. In Bärlauchöl oder Essig, in dunklen Flaschen aufbewahrt bleiben seine Eigenschaften lange erhalten.

Geht man bei der Ernte achtsam und respektvoll mit dem Bärlauch um, pflückt höchsten drei Blätter einer Pflanze, kann sich die Zwiebelpflanze wieder gut regenerieren und uns auch in der kommenden Saison wieder all ihre Kräfte zur Verfügung stellen. Auch die Möglichkeit einer Verwechslung kann bei achtsamen sammeln vermieden werden.


Hier ein Rezept für die Gesundheit:

Bärlauchessenz

2 Handvoll frische Bärlauchblätter zerkleinert in 1 L Alkohol(Wodka) und 0,5 L Wasser übergießen

drei Wochen ruhen lassen und anschließend abseihen.

Am besten in eine dunkle Flasche umfüllen und dann teelöffelweise 1x täglich einnehmen.

Mein Ökotipp:

"Beim Sammeln achte ich sehr darauf, dass es nicht in einem Naturschutzgebiet stattfindet. Es befinden sich dort noch weitere Pflanzen die möglicherweise unter Artenschutz stehen, die ich auf keinen Fall stören möchte."

Conny Stiefel, Natur-und Kräuterpädagogin